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 © 01/05/2005  Michael Rein
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Süditalien 2005
 

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2 Personen, 100 RT + LC8, 13 Tage, 4000 km , Abbruch wegen Regens

Fahrspass und Freiheit grenzenlos

Es sollte eine Winterflucht Mitte Januar vor dem schlechten Wetter und der Kälte ab in den warmen und sonnigen Süden werden. Vorweg: Zunächst ja, später nein. Denn statt der anvisierten Strecke von 17 Tagen (zzgl. 2 Reisetagen) mussten wir wegen Dauerregenvorhersage und plötzlichem Wintereinbruch nach bereits 13 Tagen abbrechen. Das traumhafte Apulien hat uns daher leider nicht gesehen.

Dennoch haben sich die knapp 2 Wochen gelohnt. Kampanien, Basilikata, Kalabrien, Sizilien. Das südliche Italien und Sizilien hat seinen eigenen und ganz besonderen Reiz: mächtige Vulkane, sonnige Meeresstrände, die köstliche regionale Küche; das laute Neapel, die Trulli Apuliens (die wir nicht gesehen haben), das wilde Kalabrien und natürlich die Amalfiküste.

Der Auftakt war fulminant, Neapel. Ein Auto mit abgerissenem Reifen, eine verbanntes Autowrack, lebensmüde Rollerfahrer ... nix wie weg. Lieber der sanfte Blick auf Neapel und die überfüllte Küste herunter vom Vesuv. Rund um den Golf von Sorento und da erwartete uns auch schon ein Highlight, die Amalfitana. Italiens spektakulärste Küstenlinie wartet mit  69 km Faszination im Sonnenuntergang auf. Die sich daran anschließende Cilento-Küste wirkt dagegen auf ihre eigene Art. Sie ist wild sehr abwechslungsreich in ihrem Verlauf. Der Übergang in die Basilikata zeigt sich flüssig. Erst auf dem Rückweg – bei Regen – erkennen wir den eigentlichen Charakter der Gegend: Versteckt, charmant, natürlich, herb und einsam.
Kalabrien in der Stiefelspitze lockt wieder mit Höhepunkten. In die La Sila kommen wir nicht hinauf, Schneegrenze bei 1000m. Doch Cosenza ist eine verträumte Bergstadt, im Zentrum mit Dorfcharakter. Das Pentant dazu ist das weiter südliche Tropea am tyrrhenischen Meer. Ein Muss auf jeder Tour.

Bei Messina wurde auf Sizilien übergesetzt. Fähren fahren stündlich, eine Brücke ist wohl für die Zukunft geplant. Wir erwarten eine Kurve darin, so wie wir den italienischen Straßenbau kennengelernt haben. Sizilien tischt auf mit römischer und griechischer Geschichte. Die eindrucksvollen Tempel von Selinunt, Agrigent, die Theater von Segesta, Syrakus und Taormina lassen einen Blick in die Antike werfen. Byzantinische und afrikanische Einflüsse mischen sich dazu.

Das charmante Cefalu ist einer der hübschesten Badeorte Siziliens, dabei ruhig und gelassen. Dagegen wirkt Palermo wie aufgezogen. Angeraten sei dort die Übernachtung in einer alten Villa im Hotel Orientale. Rückseitig findet sich gleich der beschauliche tägliche Markt. Die ortsansässige BMW Werkstatt freut sich sehr über Besuch mit 2VQ und einem Mehr an Leistung (wie meine RT – der Mechaniker wollte garnicht mehr absteigen). In dem nahe gelegenen Monreale wartet die Landschaft mit einem herrlichen Blick auf Palermo vom Dom aus auf. Der Friseurbesuch bei „Super Barba Sanghez“ direkt am Platz bleibt unvergessen. Ebenso die Fahrt über die nebeligen Höhen des Innlandes hinzu nach Corleone. Der Ort selbst erscheint wenig sehenswert und trist. Wohin das Geld nur geflossen sein muss? An der afrikanischen Küste angelangt ist Marsala eine Enttäuschung. Nicht dagegen – nach einer Fahrt durch den weichen Küstensand - die Tempel in Salinunte und dem Vale die Templi bei  Agrigento, wobei der Ort selbst auch sehr sehenswert ist. Ins Herz Siziliens gelangt man nach Enna, einem Ort in 1000m Höhe, der zumeist im Nebel ertrinkt. Bei guter Sicht und etwas Glück kann man den Etna sehen.

Zurück auf dem Festland ist die Ionische Küste eher unspektakulär, ebenso wie der Straßenverlauf. Wir haben nochmal einen sehr lohnenswerten Abstecher in die Berge gemacht und eine kleine Runde über die S110 gedreht. Leider holte uns jäh der Regen ein. Abbruch der Reise – Fortsetzung folgt ... !
 

Durchführung
Markus (LC8) und ich (R100RT)

12.01.2005 Abfahrt ab Köln
27.01.2005 Ankunft in Köln
2 Tage An-/Abfahrt
13 Reisetage

3400 km Anhänger
4000 km Krad

Anreise mit Motorradanhänger
Anfahrt durch die Nacht im Wechsel
1700 km bis Cassino (zw. Rom u. Neapel)
Gespann dort bei einer Familie abgestellt
bei Personen auf sicheren Grundstücken angefragt
 
Literatur & Karten
Michelin Italien Süd 1:400.000
Michelin Sizilien 1:400.000

Polyglott Apa Guide Süditalien 25 EUR

Langenscheidt Italienisch 31.000 Stichwörter
 
Übernachtungen
Geöffnete Campingplätze sind zu jener Jahreszeit selten. Zu finden meist nur in Touristenhochburgen.
Daher haben wir häufig in Pensionen / Hotels übernachtet. Mit etwas Handeln bekommt man ein Doppelzimmer zwischen 40 und 65 EUR, je nach Kategorie.

Empfehlungen:
Neapel/Pompeji – Camping Pompeji
Tropea – Campingplatz unterhalb der Stadt
Palermo – Hotel Orientale
 
Streckentipps
Amalfi Küstenstraße
Nordküste Siziliens ab Marina di Patti*
Küstenstreifen westlich von Selinunte*
Rund um Enna*
S110 nach Stilo

*auf Sizilien
 
Sehenswürdigkeiten
Neapel sehen und sterben
Hoch auf den Vesuv
Amalfi Küste
Cosenza, großes Bergdorf
Tropea, traumhaft idyllisch
Capo d´Orlando*, Fels in der Brandung
Cefalu*, Küstenort
Palermo*
Monreale* mit Dom
Selinunte*, Tempel
Sciacca*, Jesusskulptur
Agrigento*, faszinierend
Valle die Tempi*
Enna* das Herz Siziliens
Le Castella

* auf Sizilien
 
Reisezeit
Die Gegend ist sicherlich für eine Winterflucht – auch mitten im Winter – geeignet. Es gehört allerdings auch dazu, nicht Pech zu haben. Normalerweise hält sich das Wetter ganz gut. Hin und wieder mal ein Tag Regen, Schneegrenze ab 1000m (dh. La Sila ist nicht machbar, auch die hohe Runde um den Etna nicht, der Vesuv allerdings schon), ansonsten viel Sonne und bis zu 20°C auf Sizilien. Neapel eher um die 15°C. Jedoch wird’s nachts schnell kalt. Die lange U-Hose und solide Regenbekleidung gehören in jedem Fall ins Gepäck. Winterkleidung sei empfohlen.
Die Unterkünfte zu der Jahreszeit sind günstig, wenig Tourismus. Man hat Süditalien für sich allein.
 
Essen + Trinken
Pizzerien überall.
Man kann auch besser essen gehen. Typisch italienisch wird’s dann schnell teuer. Dennoch sollte man sich hin und wieder mal die typischen Köstlichkeiten gönnen.










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